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14. Mai - Rückblick auf ein einsatzreiches Jahr

KREISFEUERWEHRVERBAND  Wechsel in der Führung – Kreisbrandmeister Frank Gerdes übernimmt Vorsitz von Johann Folkers

Kreisbrandmeister Frank Gerdes (r.) ernannte Johann Folkers (m.) und Helmut Cremer (l.) zu Ehrenmitgliedern. | Bild: Martina GerdesWITTMUND/MAG – „Unsere Feuerwehrkameraden sind ein starkes Element in unser Gesellschaft“, so Johann Folkers zu Beginn seiner letzten Versammlung als Verbandsvorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Wittmund. „Das abgelaufene Jahr war eins der arbeitsintensivsten Jahre.“ Rund 900 Feuerwehrfrauen und –Männer der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Wittmund seien im vergangenen Jahr zu 216 Brandeinsätzen gerufen worden. Folkers betonte auch in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen. So wurden bei verschiedenen Großeinsätzen zusätzlich die Feuerwehren aus dem Landkreis Friesland, die Fliegerhorst-Feuerwehr, das Technische Hilfswerk sowie DLRG und DRK „mit ins Boot geholt“. Bei diesen Großschadenslagen hat sich auch der Einsatz der Technischen Einsatzleitung (TEL) bewährt. Auch ihnen ist es zu verdanken, das die Einsatzkräfte, die aus verschiedenen Organisationen und Landkreisen vor Ort waren, reibungslos zusammenarbeiten konnten.

Die Verbandsversammlung fand im neuen Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Wittmund statt. Der Einladung folgten neben den Delegierten aller Feuerwehren aus dem Landkreis Wittmund auch die Führungskräfte der Ostfriesischen Feuerwehren. Außerdem waren viele Mitglieder der Ehrenabteilung sowie eine große Zahl von Ehrengästen dabei. Unter ihnen der Bundestagsabgeordnete Hans-Werner Kammer, Landrat Mathias Köring, Bürgermeister Rolf Claußen, sowie die stellvertretende Leiterin des Polizei-Kommissariats Wittmund Anke Schmidt und Heinz Herbert Dirks von der Ostfriesischen Landschaftliche Brandkasse.

In seinem Jahresbericht vermeldete Folkers, dass die Digitale Alarmierung im Berichtsjahr 2013 erfolgreich angelaufen ist. Außerdem konnte die neue Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland im April dieses Jahres in Betrieb gehen.

Mit rund 110 Feuerkameraden rückte die Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) am 6. Juni vergangenen Jahres in Richtung Elbe aus, um den Kampf gegen das Hochwasser aufzunehmen. „Kurz vor dem Ziel hieß es dann, ihr könnt umdrehen, ihr werdet nicht mehr benötigt. Somit konnten wir mit unseren 24.000 Sandsäcken wieder die Rückreise antreten“, berichtete Folkers. Während die KFB Aurich und Wittmund wieder zurück geschickt wurden, wurden etwa 50 Kilometer vom geplanten Einsatzort andere Kreisbereitschaften angefordert. Zwei Tage später wurden die Sandsäcke jedoch wieder benötigt und mussten erneut in Richtung Elbe transportiert werden. Dazu erklärte Regierungsbrandmeister Arnold Eyhusen den Anwesenden, was im Alarmfall der Kreisbereitschaft alles in Bewegung gesetzt wird.

Ein großes Lob sprach der scheidende Verbandsvorsitzende den Betreuern der Jugendfeuerwehren aus und bedanke sich beim Kreisjugendfeuerwart Friedhelm Tannen, der immer zur Stelle ist, wenn es etwas zu tun gibt.

Für sein Engagement in der Feuerwehr wurde Günther Hillers (v.l.) von Ernst Hemmen mit der Ehrennadel der Ostfriesischen Feuerwehren ausgezeichnet. | Bild: Martina GerdesAls neue Ehrenmitglieder wurden Kreisbrandmeister a.D. Johann Folkers, der stv. Kreisbrandmeister a.D. Helmut Cremer, Heinz Oltmanns als ehemaliger Orts- und Stadtbrandmeister der Ortsfeuerwehr Eggelingen, sowie Hans-Gerd Friedrichs als ehemaliger Ortsbrandmeister der Feuerwehr Wittmund aufgenommen. Zuvor wurde Günther Hillers, aus der Ortsfeuerwehr Reepsholt, für sein Engagement in der Feuerwehr mit der Ehrennadel der Ostfriesischen Feuerwehren von Ernst Hemmen, Präsident des Ostfriesischen Feuerwehrverbandes, ausgezeichnet.

Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Cornelius verlas den  Bericht des Kreisjugendfeuerwehrwartes Friedhelm Tannen und erklärte, dass die Jugendfeuerwehren (JF) im Landkreis Wittmund sehr gut aufgestellt sind. „Sie sind immer und überall präsent und aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Die JF nahmen an zahlreichen Veranstaltungen teil und waren bei verschiedenen Wettbewerben sehr erfolgreich.“

Die Kameraden der Technischen Einsatzleitung, unter der Leitung von Holger Multhaupt, konnten auf elf Einsätze, Übungen, sowie Ausbildungen zurückblicken. Von mehreren Großbränden, dem Elbe-Hochwasser, Gefahrgut, bis hin zum IVG-Einsatz war in der breiten Palette alles vertreten. Die Großschadenslagen im vergangen Jahr haben aber auch gezeigt, das zusätzliches Personal erforderlich wird. Denn bei Einsätzen über mehrere Tage kommt selbst die Elfköpfige Stammmannschaft der TEL an ihre Grenzen.

Nachdem Kassenwart Günter Koch seinen Kassenbericht vortrug, wurde über die Erhöhung der Beiträge abgestimmt. Künftig wird von den Feuerwehren ein Mitgliedsbeitrag in Höhe von 7 Euro pro Feuerwehrmann/-frau erhoben (vorher 6,50€). Der Beitrag der Jugendfeuerwehrmitglieder wurde von 3 Euro auf 3,50 Euro angehoben. Die Ehrenabteilung erhält einen jährlichen Zuschuss, dieser konnte in der Versammlung von 200 Euro auf 250 Euro angehoben werden.

Außerdem standen Neuwahlen des Vorsitzenden sowie dessen Stellvertreter auf der Tagesordnung. Da Johann Folkers und sein Stellvertreter Helmut Cremer jetzt in Ruhestand gehen, war eine Neubesetzung erforderlich. Dazu erklärte Folkers: „In den Vorjahren war es immer so, dass der Kreisbrandmeister auch gleichzeitig Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Wittmund ist.“ Somit wurde Frank Gerdes als neuer Verbandsvorsitzender vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Sein Stellvertreter wurde Erwin Reiners. Erhard Sies löste Matthias Broßonn als Kassenprüfer ab.

Landrat Mathias Köring gratulierte dem Verbandsvorsitzenden Frank Gerdes zu seinem neuen Amt und freute sich, dass die neue Kooperative Regionalleitstelle in der vergangenen Woche offiziell eingeweiht wurde. „Nun arbeiten alle Hand in Hand zusammen. Das zeigt, das da etwas zusammenwächst, was zusammengehört.“ Köring sprach die Ersatzbeschaffung einer neuen Feldküche an. Auch dort soll es vorangehen. Nachdem das Land Niedersachsen keinen Zuschuss geben wird, wird der Landkreis aber Wort halten und noch in diesem Jahr 160.000 Euro für eine Neuanschaffung bereitstellen. Im kommenden Jahr soll die restliche Summe zur Verfügung gestellt werden.
An der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) wird es eine Erweiterung geben. Geplant sind zusätzliche Hallen für die Feuerwehreigenen Fahrzeuge, sowie auch für DLRG, DRK und den Bauhof. Gespräche über Grundstücksankäufe sind bereits erfolgt, geplanter Baubeginn Anfang 2015.

Regierungsbrandmeister Arnold Eyhusen bat den Bundestagsabgeordneten Hans-Werner Kammer die Ersatzbeschaffung der Katastrophenschutzfahrzeuge voranzutreiben. Die Fahrzeuge sind teilweise über 30 Jahre alt und müssen dringend ersetzt werden. „Wir müssen sicherstellen, dass der Bund hier für Ersatz sorgt“, so Eyhusen „und sich nicht immer weiter aus der Verantwortung zurück zieht.“ Er erwähnte, dass mittlerweile drei Fahrzeuge nicht mehr einsatzfähig sind und bereits aus dem Katastrophenschutz abgemeldet wurden.

Die nächste Verbandsversammlung findet 2015 in der Samtgemeinde Esens statt.

Bericht und Bilder: Martina Gerdes, Anzeiger für Harlingerland